Montag, 29. August 2016

Student mit ADS | Aufmerksamkeitsdefizit – Syndrom


Was ist eigentlich ADS?
„Du hast ADS? Ach du bist also hyperaktiv … merkt man dir gar nicht an.“ Diese Sätze habe ich nicht nur einmal gehört. Dabei hat ADS so gar nichts mit Hyperaktivität zu tun, sondern ADHyperakivitätS. Das AufmerksamkeitsDefizit Syndrom ist, wie der Name schon sagt, ein Mangel an Aufmerksamkeit und der Impulssteuerung. Das Gehirn schafft es nicht immer bestimmte Verknüpfungen im Gehirn zu überbrücken. Die Folge davon ist, dass man einen Satz anfängt und ZACK reißt die Verbindung und man weiß plötzlich nicht mehr wo man weiter machen wollte. Oder anstatt einen Test zu schreiben schaut man Eichhörnchen außerhalb vom Fenster nach. Natürlich sind das nur zwei Beispiele, die auch nicht bei jedem Menschen mit ADS so auftreten müssen. Außerdem führt ADS oft zu Problemen im sozialen Umfeld (Familie, Freunde und Schule). Weswegen es meistens im Kinderalter festgestellt wird, bei Erwachsenen jedoch nur selten.
 

Meine kleine ADS Geschichte
In der 6. Klasse wäre ich aufgrund von schlechten Noten beinahe vom Gymnasium geflogen. Meine Englischlehrerin hat dann festgestellt, dass ich große Probleme damit hatte mich zu konzentrieren und von jeder Kleinigkeit leicht abgelenkt wurde. Außerdem habe ich wohl die ganze Zeit mit Stiften, Radieren oder allem anderen rumgespielt was mir in die Hände kam. Sie hat meiner Mutter dann empfohlen mich auf ADS „testen“ zu lassen. Bei uns in der Umgebung gab es zum Glück einen Arzt, der sich auf ADS spezialisiert hatte. Der Arzt machte mit mir Intelligenztest, Messung der Gehirnströme und noch ein paar andere Tests. Das Ende vom Lied war: ich war hoch intelligent, was aber durch das ADS überdeckt wurde. Nach der Diagnose ging es dann weiter mit Tests um die Dosierung der Tabletten einzustellen, die mir helfen sollten fokussierter zu werden. Zwei Wochen lang ging es auch zu einer Psychologin, die mir helfen sollte meinen Alltag besser zu strukturieren. Inzwischen habe ich mein Abitur, studiere und nehme die Tabletten nur wenn ich sie brauche.
 

Studentenalltag mit ADS
Ich hatte genug Zeit um mich selbst ohne Tabletten und mit Tabletten gut kennenzulernen, vor allem mit den Nebenwirkungen. Dadurch habe ich gelernt mich mit den Tabletten und dem ADS zu arrangieren. Wenn ich die Tabletten nicht nehme, also sozusagen „komplett normal“ bin, dann bin ich eine extreme Trantüte, die nicht immer die ordentlichste ist und auch nicht viel im Kopf behalten kann. Trotzdem haben die Tabletten auch verhältnismäßig starke Nebenwirkungen. Bei mir sind das meist Appetitlosigkeit, „In mich“-gekehrtheit und depressive Verletzbarkeit. Das mag alles ein bisschen übertrieben klingen, aber es ist nicht schön, wenn man es selbst miterlebt. Wichtig ist nur, das Ausmaß zu kennen und sich zurecht zu finden. Inzwischen nehme ich die Tabletten in der Klausuren Phase und 1-2 Wochen davor, aber ansonsten bleibe ich Tabletten frei und bin die Trantüte, die sich Mühe gibt. Natürlich sitze ich dadurch auch oft in Vorlesungen und vertiefe mich in mein Handy anstatt in den Vortrag der Professoren. Für mich ist das die beste Möglichkeit, da bei mir wie gesagt die Nebenwirkungen sehr stark sind. Das muss jedoch nicht bei jedem so sein.
 
Falls ihr sonst noch Fragen habt oder besonders interessiert an einem bestimmten Punkt wie z.B. den Tests, der Schulzeit oder anderen Dingen seid, dürft ihr das gerne in den Kommentaren hinterlassen.
 
 
 Hier ist eine Seite die das ganze Thema auch sehr gut und kurz beschreibt: 
 

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